Image Tanks - die mobilen Bilderspeicher

Hey Sebi, sag mal, ich fliege doch jetzt bald in den Urlaub, da kommen bestimmt einige Bilder zusammen. Welchen Image Tank kannst du mir empfehlen.

Einführung
Ein bisschen Wortsalat
Vor- und Nachteile
Worauf man achten sollte
Alternativen
Fazit
Tipp

Einführung
Was ist denn eigentlich so ein Image Tank? Eigentlich nicht viel mehr, als eine Festplatte, ein Kartenleser, ein Akku und ein kleines Display mit ein paar Knöpfchen. Image Tanks sind meist nicht größer, als eine handelsübliche 3,5“ Festplatte oder eine 2,5“ Festplatte für den externen Gebrauch. Das wundert auch nicht, denn viel mehr ist auch nicht dran.

Braucht man so ‘was? Nun ja, es kann für manche wirklich Sinn machen, sich ein solches Gerät zuzulegen – aber bitte erst noch bis zum Ende lesen, denn Image Tanks haben so ihre Tücken.

Ein bisschen Wortsalat
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Image Tank zuzulegen, ist entweder zu geizig Geld in Speicherkarten (die im übrigen auch nicht mehr die Welt kosten) zu investieren oder sucht eine Backuplösung für seine Fotos auf Reisen.

Die erste Zielgruppe wird sich vermutlich für eine günstige 60-100 Euro Variante entscheiden und diese bei einem der führenden Onlineauktionshäuser ersteigern. Wenn dann der Paketdienst da war, die Unterschrift geleistet und die Verpackung erwartungsvoll aufgerissen wurde, freut sich der Sparfuchs über ein neues Fotozubehörschnäppchen.

Das Gerät ist kompakt, sieht toll aus, hat sogar ein Touchdisplay und es kann, wofür es ja gebaut wurde, Speicherkarten auf eine Festplatte kopieren, ohne, dass ich einen PC benötige. Mensch, das wäre doch auch was für Oma, die fotografiert zwar digital, hat aber keinen PC – mit dem Teil kann sie doch dann endlich mal ihre Fotos speichern. Alles toll, gleich noch eins für Oma ersteigern und dann erstmal das neue Spielzeug laden, um es für die nächste Fototour einsatzbereit zu haben.

Die zweite Zielgruppe wird sich wahrscheinlich längere Zeit mit dem Thema Backups auseinandersetzen, Vor- und Nachteile einzelner Lösungen abwägen und zu dem Schluss kommen, dass ein Image Tank die für sie beste Backuplösung ist. Dann wird sich informiert, über Produkte namhafter Hersteller, es werden Preisvergleiche angestellt, Features verglichen und dann wird sich diese Zielgruppe für ein Gerät im oberen dreistelligen Bereich, wenn nicht sogar im unteren vierstelligen Bereich entscheiden und beim Onlineversandhändler seines Vertrauens bestellen.

Vor- und Nachteile
Wie man schon bei dem Wortsalat von eben erkennen kann, heißt es auch hier einmal mehr: „Was nichts kostet, das ist auch nichts!“. Das hat schon meine Oma gesagt und sie hatte recht – ihre Kaffeemühle nutze ich nun schon in vierter Generation.

Nun mal ernsthaft. Möchtet ihr eure wertvollen Urlaubsfotos einem Gerät für unter 100 Euro anvertrauen und darauf hoffen, dass mit den Daten alles in Ordnung geht? Ich hab da so meine Bedenken – okay, vielleicht war dazu auch erst die ein oder andere Bruchlandung nötig. Aber dazu nun im Detail.

Speicherplatz und -Medium
Image Tanks gibt es mit verschiedenen Speicherkapazitäten. Gängige Modelle reichen von 80GB bis zu 500GB. Einige kann man auch selbst mit größeren Festplatten bestücken. Das Speichermedium ist in der Regel eine „normale“ Festplatte. Ein Magenetspeichermedium mit beweglichen Teilen, die, wenn es mal dumm läuft, auch kaputt gehen können. Festplatten verlieren ihre Daten oder Teile der Daten, wenn sie zum Beispiel starken Magnetfeldern ausgesetzt werden. In großen Höhen, ohne Druckausgleich kann man sie gar nicht benutzen. Eine Lösung wären da sogenannte SSD-Festplatten (Solid State Disks), die im Prinzip die gleiche Technik zur Datenspeicherung nutzen, wie handelsübliche Speicherkarten. SSDs sind wesentlich unempfindlicher gegenüber widrigen Bedingungen, Erschütterungen und ähnlichem, als es die Magnetfestplatten (HDD) sind, sie lassen sich aber auch nur eine begrenzte Anzahl oft wieder beschreiben. Zudem kosten SSDs im Moment noch sehr viel Geld – da ist es fast günstiger, in Speicherkarten zu investieren.

Bei der verwendeten Festplatte sollte man zumindest darauf achten, dass der neuere SATA-Standard verbaut wurde.

Man sollte sich immer vor Augen halten, dass eine Festplatte jederzeit kaputt gehen kann. Die Bilder sollten niemals, unter keinen Umständen, nur auf einer Festplatte gespeichert werden. Sie kann lediglich dazu dienen, eine Kopie der Bilder für den Fall der Fälle, dass man zum Beispiel seine Speicherkarten verliert, zu speichern. Niemals aber als alleiniger Speicherort – und schon gar nicht auf Reisen, wo sie ständigen Belastungen ausgesetzt ist.

Während meines letzten Urlaubs ist mir genau das passiert – meine externe Festplatte ist beim Schreiben des Backups ausgefallen und sämtliche, darauf gesicherten Daten waren nicht mehr abrufbar. Natürlich hatte ich auch keine Recovery Software dabei. Zum Glück aber hatte ich ein Backup meiner ganzen, im Urlaub gemachten Bilder auf meinem Notebook. So konnte ich die Bilder vom Notebook wieder auf die Festplatte kopieren, nachdem ich sie neu formatiert hatte. Die Stimmung an diesem Tag könnte aber durchaus als gereizt beschrieben werden.

Fotoablage
Wählt man am Image Tank die Option, Bilder von der Karte auf die Festplatte zu kopieren, legt der das Gerät ein neues Verzeichnis an. Die Verzeichnisse werden bei einfachen Geräten aufsteigend durch nummeriert. Begonnen wird mit der höchsten Verzeichnisnummer + 1. Bessere Geräte kennen Datum und Uhrzeit und legen anhand dessen Verzeichnisse an, was es enorm erleichtern kann, später die richtigen Bilder wieder zu finden.

Akku
Das tolle am Image Tank ist ja, dass ich meine Speicherkarten ohne Hilfe eines Computers oder Laptops auf eine Festplatte kopieren kann. Und das auch noch unterwegs, denn Image Tanks haben einen Akku eingebaut. Günstige Modelle haben einen Akku, den man nicht austauschen kann und der nur mit dem mitgelieferten Netzteil geladen werden kann. Wie man es schon von Notebooks kennt, geht auch der beste Akku einmal zur Neige und das meistens in den ungünstigsten Momenten – zum Beispiel beim Kopieren seiner Fotos.

Gerade hier macht es in meinen Augen Sinn, in ein hochwertiges Produkt, mit hochwertigem Akku zu investieren. Vielleicht sogar in ein solches, welches die Verwendung von AA-Akkus erlaubt. Diese hat man meist ohnehin in der Fototasche, um seine Blitze mit Strom zu versorgen.

Bei billigen Image Tanks habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass spätestens nach dem Kopieren der zweiten 4GB Karte der Akku leer ist. Leider hatte ich auch schon den Fall, dass ich nicht einmal die erste Karte kopieren konnte, obwohl ich den Image Tank geladen in meiner Fototasche dabei hatte. Zumindest hatte ich ihn im geladenen Zustand dort rein gepackt. Dummerweise hat der Akku aber innerhalb von zwei Wochen seine gesamte Ladung verloren und als ich ihn nun endlich mal brauchte, weil meine Speicherkarten zur Neige gingen, war der Akku leer und keine Steckdose in der Nähe. Beim Akku also unbedingt Qualität kaufen!

Schnittstellen
Image Tanks bieten in der Regel Slots für SD-Karten und Compact Flash Karten. Manche können noch weitere Kartenformate lesen. Zudem verfügt ein Image Tank über einen USB oder Firewire Anschluss um die Daten von der Festplatte auf den PC zu überspielen. Natürlich sollte man darauf achten, dass der Speicherkartenleser des Image Tanks die eigenen Speicherkarten aufnehmen und lesen kann (hier auch unbedingt auf Bezeichnungen wie SDHC oder CF Typ I und II oder Microdrive achten) und das schnell! Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Schnittstelle zum PC. Muss oder will man die Daten vom Gerät auf den Computer überspielen, so will man nicht ewig warten, weswegen eine USB 2.0 Schnittstelle Pflicht sein sollte. Nicht USB 2.0 kompatibel, sondern USB 2.0 – das sind zwei verschiedene Dinge. Eine langsamere USB 1.0 Schnittstelle ist durchaus mit USB 2.0 kompatibel, deswegen aber noch lange nicht genauso schnell. Fixer ist nur Firewire – da brennt das Kabel. Aber Vorsicht, der PC muss auch über einen solchen Anschluss verfügen.

Der findige Sparfuchs von vorhin wird jetzt sicherlich gelesen haben: „Speicherkartenleser“. Das ist ja toll, denkt er sich, da brauch ich mir so etwas ja nicht mehr kaufen, wenn der Speicherkartenleser schon im Image Tank ist… Das ist im Prinzip erstmal richtig – leider reichen die Speicherkartenleser der Image Tanks nicht immer an die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit spezialisierter Geräte heran.

Bildschirm
Günstige Modelle haben nur ein paar LEDs, etwas teurere kommen immerhin mit einem kleinen Touchscreen, der Systeminformationen, wie Restspeicherplatz, gewählte Option, belegter Kartenslot und ähnlichen anzeigt.

Die höherpreisigen Modelle sind in der Lage JPG Bilder anzuzeigen, die Profigeräte können nach Firmwareupdates auch Raw-Formate der großen Hersteller lesen und anzeigen, zumindest aber das in den Raws eingebettete JPG, welches von Kameras zur schnelleren Anzeige der Bilder genutzt wird.

Es ist zwar schön, die Bilder auf dem Display des Image Tanks betrachten zu können, man sollte sich aber auch dessen bewusst sein, dass der Akku damit schneller zur Neige geht. Je größer der Bildschirm, desto mehr Strom verbraucht er in aller Regel auch. 4“ sollte er aber mindestens haben, denn das entspricht der Displaygröße gängiger DSLRs. 8“ sind aber schon oft die Regel bei Image Tanks.

Benutzerschnittstelle
Beim Kauf eines Image Tanks sollte man sich auch immer die Bedienelemente gut anschauen und auch ausprobieren. Gerade bei den günstigen Geräten ist der Touchscreen nur schlecht zu bedienen oder man hat vielleicht nur einen Knopf, den man 1 mal kurz, 4 mal lang und nochmal kurz drücken muss, um eine Karte zu kopieren, 2 mal kurz, 1 mal lang und 5 mal kurz um den Restspeicherplatz abzufragen und so weiter. Was ich damit sagen will – manche dieser Teile lassen sich echt scheiße bedienen.

Worauf man achten sollte

  • nicht das billigste Gerät

  • guten Akku, vielleicht sogar AA-Akkus

  • Speicherkapazität

  • Kartenleser sollte die eigenen Karten unterstützen

  • Bedienkonzept

  • Bildschirm

Alternativen

Speicherkarten
Meine erste Alternative zum Image Tank ist die Speicherkarte. Lieber ein paar mehr Speicherkarten im Fotorucksack. Eine Speicherkarte ist schneller gewechselt, als auf einen Image Tank kopiert und formatiert. Selbst wenn man zwei Speicherkarten hat, so dauert es dennoch länger, erst noch den Image Tank aus dem Fotorucksack zu kramen, die Karte rein zu stecken und auf kopieren zu drücken. Dann natürlich noch ständig prüfen, ob der Kopiervorgang erfolgreich war und so weiter… In diesem Moment hat man sicher schon wieder einige Fotomotive verpasst. Wenn dann auch noch der Akku des Geräts leer ist, ist der Frust perfekt.

Speicherkarten kommen ohne (eigenen) Akku aus, sie sind klein (wesentlich kleiner als ein Image Tank) und inzwischen auch sehr günstig zu haben. Leider taugen sie als Backuplösung nur dann, wenn man über eine Profikamera verfügt, die zwei Speicherkarten Parallel beschreiben kann.

Netbook
Netbooks sind kleine Laptops mit geringer Hardwareausstattung. Sie sind günstig (ca. 300 Euro), verfügen meist über passable Festplattengrößen (160GB und mehr) und manche haben sogar einen SD-Kartenslot. Wer auf CF-Karten fotografiert, wird aber wohl leider nicht um ein zusätzliches Kartenlesegerät oder das Kamera-USB-Kabel herum kommen. Das Netbook bietet nebst Speicher und extrem langer Akkulaufzeit (4-6 Stunden) die Möglichkeit noch weitere Software zu installieren. So kann man auf seiner Reise, Abends, nach der Fototour direkt die Bilder des Tages auswerten, mit Geo-Informationen versehen oder sie einfach der Familie zeigen.

Außerdem, so geht es mir zumindest, traue ich dem Netbook mehr, als einem günstigen Image Tank. Denn beim Netbook sehe ich sofort, welche Bilder und ob wirklich alle Bilder kopiert worden. Man kennt die gängigen Betriebssysteme, kennt deren Eigenheiten und kann mit eventuellen Problemen umgehen.

Zusätzlich kann ich meine Daten auf eine externe Festplatte sichern.

Der Nachteil ist hier sicherlich die Größe, denn so kompakt, wie ein Imagetank sind Netbooks leider nicht. Dafür können sie aber auch mehr – auf meinem Netbook (Intel Atom, 1GB Ram) läuft Lightroom.

Notebook
Noch ein bisschen größer als ein Netbook aber dafür mit mehr Komfort. Die Eigenschaften sind ähnlich, aber man könnte zum Beispiel auch schon mit der Bildbearbeitung beginnen, weil es das Display erlaubt. Außerdem kann man Backups nicht nur auf externe Festplatten sondern auch auf DVDs machen. Im Falle der DVD oder CD sei mir aber erlaubt, Backup in Gänsefüßchen zu setzen.

Fazit
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Image Tank zu kaufen, um mehr Bilder schießen zu können, weil er seine Speicherkarten während eines Urlaubs oder Shootings leer machen kann, der sollte lieber die Finger davon lassen und zu neuen Speicherkarten greifen.

Wenn man nun genügend Speicherkarten hat, seine Bilder aber gerne zusätzlich sichern möchte, dann ist ein Image Tank sicherlich eine Überlegung wert. Dann aber bitte auch ein hochwertiges Produkt. Hier sprechen wir von Preisen um die 600 Euro und mehr. Dafür bekommt man aber auch eine sehr kompakte Backuplösung.

Wer auf Größe und Gewicht nicht zu viel Wert legt, auch damit leben kann, seine Bilder vielleicht erst am Parkplatz, im Auto oder Abends auf dem Hotelzimmer zu sichern, für den ist ein Laptop oder ein Netbook mit Sicherheit die beste Wahl. Vielleicht noch mit externer Festplatte.

Tipp
Wenn ihr zum Netbook oder Notebook greift, braucht ihr ja in der Regel noch einen Speicherkartenleser und vielleicht auch noch eine externe Festplatte für ein zusätzliches Backup. Um alles kompakter bei einander zu haben und um auch mal das Netbook fix von A nach B zu tragen (zum Beispiel am Set), habe ich Kartenleser und Festplatte mit Klettband am Netbookdeckel befestigt. Dafür gibt es selbstklebende Klettstreifen.

In diesem Sinne - Press the Shutter!

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Autor: sebi
Datum: Samstag, 16. Januar 2010 1:39
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