Die Zeit des Wartens

Dienstag, 30. August 2011 6:15

Ich habe ja bereits berichtet, dass eine Analog-Tour ansteht. Einfach mal wieder die alten Werte der Fotografie aufleben lassen. Am Samstag war es dann auch so weit. Mit Robert und Hendrik bin ich nach Lauffen am Neckar gefahren um die Stadt zu erkunden und vorallem um analog zu fotografieren. Lauffen ist ein knapp 11.000 Einwohner Örtchen und liegt, wie der Name vermuten lässt an der Elbe - nein, natürlich am Neckar (ca. 50km nördlich von Stuttgart).

Auf Grund der Wettervorhersage versuchten Hendrik und Robert verzweifelt ISO 400 sw-Filme zu bekommen. Ein in der heutigen Zeit wirklich schwierigen Unterfangen - zumindest im Einzelhandel. Es gibt noch Kleinblidfilme zu kaufen. Leider führen die meisten Läden nur Farbfilme oder wirklich schnöde SW-Filme wie den Agfa APX (ISO 100). Im Örtlichen Edeka wurde ich jedoch fündig. Ich konnte im innenliegenden Lotto/Totto Laden doch tatsächlich 3 Ilford HP5+ zu einem super Kurs erstehen. Später fiel dann auch auf, wieso die Filme so günstig waren… Abgelaufen im Januar 2010 und nur 24 Bilder :-( Naja, mal schauen ob die Bilder dennoch was werden. Der Film wurde ja vermutlich bei konstanter Temperatur gelagert (in der Nähe der Fleischtheke); vielleicht hat die Emulsion die Zeit ja unbeschadet überstanden…

Überrascht war ich von der Frage der Verkäuferin, sie wusste mit dem Ding was ich kaufen wollte nichts anzufangen. Ich erklärte ihr, dass es sich dabei um einen sw-Film Handelt und dass darauf früher aber eben auch noch heute Fotos abgelichtet werden. Wieso überrascht mich das? Weil die Verkäuferin, (ohne ihr zu nahe treten zu wollen) den Anschein erweckte, als hätte sie selbst noch die Zeit der Glasplatten mitgemacht.

Ein Bericht über die Tour durch Lauffen folgt bestimmt in Kürze. Ich wollte hier nur  bloß einmal anmerken, dass ich es kaum noch abwarten kann, bis das Entwicklerset von Spürsinn kommt und wir endlich loslegen können, die Negative zu entwickeln. Neben herkömmlichen Entwickler möchte ich auch Caffenol-C-M als Entwickler einsetzen. Die einzelnen Komponenten habe ich bereits vorbereitet. Sie sind schon in Wasser gelöst und warten nur noch darauf in gleichen Teilen gemischt zu werden. Wann geht das denn endlich los………………?

Bis dahin - drag the shutter

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Jetzt mal analog

Donnerstag, 25. August 2011 21:49

Nach langer Zeit mal wieder ein Blog-Post und dann gleich so eine Überraschung…

Die Unmengen an Bildern die bei der digitalen Fotografie nach einem Fototag herauskommen gehen mir ein wenig auf den Keks und rauben mir ein bisschen die Freude an der Fotografie. Selbst wenn man sich zusammenreißt kommt man doch schnell auf 100 und mehr Fotos nach einer kleinen Fototour oder einiges mehr bei einer Portrait-Session. Diese Bilder wollen gesichtet, ausgewählt und bearbeitet werden und so endet man doch wieder am PC - für Stunden!

Zu analogen Zeiten ging ich auch auf Fototour, Entdeckungsreise oder wie auch immer man das nennen möchte. Fotografiert wurde auf 35mm KB Film (SW). Nach 24 Aufnahmen war Schluss! 25 wenn man den Film sehr knapp oder im dunkeln eingelegt hatte. Toll waren dann später die 36er Filme… Was? 36 Bilder? Ja! und das war toll - es waren die größten KB-Filme die man bekommen konnte. Und es war ausreichend. In 2-3 Wochen Urlaub verschoss mein Vater früher ca. 3 Filme. Von der Verwandtschaft wurde er mit großen Augen angesehen, wie man denn so viele Bilder in nur einem Urlaub machen könne… 108 Fotos in 3 Wochen. Seien wir mal ehrlich, im digitalen Zeitalter jagen wir 108 Fotos doch schon am Flughafen durch…

Mit all den Möglichkeiten, die man im digitalen Zeitalter hat, verliert die Fotografie immer mehr an Reiz und ihrer künstlerischen Komponente. Die Bilder sind nicht besser geworden, sondern einfach nur mehr! Das Bewustsein für schöne Bilder oder der Wunsch nach schönen Aufnahmen scheint mehr und mehr Menschen verloren zu gehen. Wie sonst erklärt man sich die Vielzahl an unscharfen, verwackelten, schlecht belichteten Handyfotos die bei Facebook und Co. landen?

Für mich ist es jetzt spannend, sich mal wieder der alten Werte zu besinnen, seine Motive mit mehr bedacht auszuwählen und sich mehr Zeit für die Aufnahme zu nehmen. Man muss sich plötzlich auch wieder in der Anzahl der Bilder einschränken. Jedes gemachte Bild ist mit Kosten verbunden. Ob mir ein 36er Film reicht, um einen halben Tag auf Fototour zu gehen? Ich weiß es noch nicht, ich werde es aber herausfinden.

Schon in der Schule habe ich Filme und Bilder selbst entwickelt und es hat mir einen riesen Spaß gemacht. Es ist toll zu sehen, wie sich im Laufe des Prozesses nach mehreren Stunden endlich die Fotos auf den zuvor noch weißen Papieren abzeichnen. Eine Zeit an die ich immer wieder gerne zurück denke. Man hat sich wirklich nur auf die Bilder konzentriert - musste man auch, damit das Ergebnis am Ende auch stimmte…

Heutzutage sitzt man am PC, sucht Bilder heraus, surft im Internet, schaut nebenbei Fern, bearbeitet halbherzig die Bilder in Lightroom oder Photoshop während man mit irgendwem telefoniert… Man verliert sich einfach in zu vielen anderen Dingen.

Ich habe mir bei spuer-sinn.net ein Starterset für die Kleinbildentwicklung bestellt. Nur negative (SW). Das Set beinhaltet alles was man für die Negativentwicklung benötigt. Auch die Chemikalien sind enthalten und es kommen sogar noch 5 Filme mit. Einen Wechselsack muss man allerdings extra kaufen - bzw. sollte man.
Leider ist das Set zur Zeit ausverkauft und kommt erst Mitte September wieder rein. Spuer-sinn hat mir aber vorab schonmal die Filme (Ilford FP4) zukommen lassen, sodass ich zumindest mit dem Fotografieren schon einmal beginnen kann. Den Rest der Bestellung schicken sie mir versandkostenfrei nach, sobald alles eingetroffen ist.

Meine alte Canon AE-1 Programm ist geladen und wartet eigentlich nur noch auf den Einsatz am Wochenende. Genau weiß ich zwar noch nicht wo es hingeht, ich hab mich aber zumindest schonmal für ein 35mm F2.0 Objektiv entschieden - das schreit ja förmlich nach Street-Photography :-)

Genug erstmal für heute, ich werde berichten, wie die Analogreise weiter geht…

Bis dahin: Drag the Shutter!

Thema: Allgemein, Fotografie, Projekte | Kommentare (0)

Das 4-Ohren-Modell

Freitag, 15. April 2011 23:18

Mit diesem Bild habe ich bei der aktuellen Happyshooting Aufgabe teilgenommen. Das Thema war Kommunikation.

Was ist da passender dachte ich mir, als das 4-Ohren-Modell oder auch Vier-Seiten-Modell von Friedmann Schulz von Thun? Genau dieses habe ich dann in meinem Foto versucht umzusetzen. Robert stand mir dafür freundlicherweise als Model zur Verfügung.

4OhrenModell

Von links nach rechts sind die folgenden Aspekte des Kommunikationsmodells dargestellt: Appell-, Beziehungs-, Sach- und Selbstoffenbarungsebene. Jede übermittelte Nachricht kann anhand dieser Ebenen untersucht werden. Der Empfänger der Nachricht muss dann entscheiden, wie er sie interpretiert. So kann die gern als Beispiel genommene Aussage eines Beifahrers: “Die Ampel ist grün” unterschiedlich aufgefasst werden. Auf der Sachebene bedeutet dies nichts weiter, als dass die Ampel gerade grün ist. Auf dem Appellohr könnte der Fahrer aber verstehen “Gib gas” und beschleunigt um noch bei grün fahren zu können. Vielleicht meinte der Beifahrer aber auch nur: “Wenn ich fahren würde, würde ich jetzt schneller fahren”. Versteht der Fahrer die Nachricht auf der Beziehungsebene, so reagiert er sicherlich etwas gereizt mit den Worten “Wer bist du eigentlich, dass du dich in meinen Fahrstil einmischt”.

Damit genug zum Thema Kommunikation. Nun mal zu dem, was euch hoffentlich mehr interessiert: “Wie ist dieses Bild denn eigentlich entstanden?”. Wie ich schon bei Flickr beschrieben habe, handelt es sich bei diesem Bild um eine einzelne Aufnahme. Das Bild wurde bei Blende 16 für 67 Sekunden (ISO 100) belichtet. Robert ist nur deshalb 4 mal im Bild zu sehen, weil ich 4 mal geblitzt habe. Zwischen den einzelnen Blitzen habe ich die Kamera jedes mal ein Stück weiter gedreht (ca. 15°) bei einer Brennweite von 24mm (Kleinbildequivalent). Ich hatte ca. einen Abstand von 2 - 3 Metern zum Model.

In der Nachbearbeitung habe ich im wesentlichen den Schwarzwert im Bild angepasst, um den Hintergrund komplett dunkel zu bekommen und im Spiegel habe ich ein wenig “rumgeschmiert” um das Studio, welches sich darin gespiegelt hat ein wenig zu übertünchen. Es ist bei weitem nicht perfekt geworden, tut der Aussage des Bildes aber meines Erachtens keinen Abbruch.

Einem Flickr-User sind allerdings zwei merkwürdige Schatten im Bild aufgefallen und das ist auch genau der Grund, warum ich diesen Post schreibe. Ich möchte euch erklären, wie das Bild entstand und wie die beiden “Schatten” ganz rechts im Bild und beim “linken Robert” am rechten Arm entstanden sind.

Dazu hier mal ganz grob der Studioaufbau.

studio

Die Schwarze Linie hinten ist ein 3×6m Hintergrund in schwarz. Die beiden schrägen Linien vor dem Model sind zwei 1,70×2m Falthintergründe, bei denen eine Seite schwarz, die Andere weiß ist. Die schwarze Seite zeigt zur Kamera. Die Idee dabei war, den Lichtaufbau abzuschirmen, damit ich überhaupt 4 Belichtungen erreichen kann. Leider haben diese “Flags” auch das Model teils verdeckt, wodurch diese “Schatten” entstanden sind.

Das Bild wurde von rechts nach links aufgenommen. Also zuerst das Spiegelbild, weil die Position des Spiegels wichtig war. Später hätten wir den Spiegel nicht ins Sed stellen können, des war war absolut dunkel im Studio. Eine mit einem Snoot abgeschirmte Taschenlampe hat mir dabei geholfen die Gradeinteilung an meinem Stativkopf abzulesen, damit ich die Kamera immer exakt weiter drehen konnte.

Aber gut, zurück zum Lichtaufbau. Die erste Belichtung war also die mit dem Spiegel. Geplant war, für diese Belichtung nur den Schirm blitzen zu lassen. Dadurch war aber Roberts linke Seite komplett schwarz und so schaltete ich die Softbox hinzu. Nach der ersten Belichtung hat Robert dann den Spiegel weg geräumt (dieser Stand leicht schräg auf einem Stuhl) und eine neue Pose eingenommen. Für die weiteren Belichtungen feuerten nur die Softbox und die Snoot. Dabei war die Softbox das Hauptlicht und die Röhre das Haarlicht, um Robert besser vom Hintergrund abzuheben. Zwischen jeder Belichtung natürlich Kamera weiter drehen und das Model eine neue Pose einnehmen lassen.

Da mein provisorisches Studio sehr klein ist, musste Robert sehr dicht am Hintergrund stehen. Die in der Skizze zu sehenden Abstandsverhältnisse passen sogar recht gut. Der Spiegel lehnte schon fast am Hintergrundstoff. Durch die beschränkten Platzverhältnisse strahlte auch noch recht viel Licht auf den Hintergrund - da konnten auch die gerichteten Lichtquellen nicht viel dran ändern. Die weiße Fläche der Falthintergründe tat dabei ihr übriges.

Achja - noch ein Wort zum verwendeten Schirm, weil ich ja von gerichtetem Licht spreche: Da ich nur eine Softbox habe, entschied ich mich den Mittenreflektor aus meinem Beautydish auszubauen und einen Durchlichtschirm vor den Beautydish zu kleben. Somit konnte ich unnötiges Streulicht auf dem Hintergrund vermeiden. Mit einer Wabe vor der Softbox hätte man den Hintergrund vielleicht auch nochmal zusätzlich abschirmen können.

So, wie immer viel geschrieben, ich hoffe aber ihr hattet Spaß beim Lesen und vielleicht schickt mir ja der ein oder andere mal ein Bild von seinen Mehrfachbelichtungen zu… Würde mich freuen.

Bis dahin - drag the shutter.

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Shadows In Research…

Sonntag, 10. Oktober 2010 15:16

Shadows In Research Screenshot… heißt ein neues Projekt von Robert und mir. Die Idee war es, die Wirkung von Position und Zoomeinstellung von Systemblitzen zu verdeutlichen. Dazu haben wir als Versuchsaufbau einen Styroporkopf auf einem Lampenstativ befestigt und aus verschieden Positionen mit einem Canon Speedlite 580 EX II beschossen. Die Kamera war dabei immer an der gleichen Position (auf einem Stativ) montiert.

Insgesamt haben wir 180 Fotos gemacht, welche wir in einer kleinen HTML Seite zusammengefasst haben. Vielleicht habt ihr noch Wünsche und Anregungen für weitere solcher Projekte. Über Feedback freue ich mich immer.

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Image Tanks - die mobilen Bilderspeicher

Samstag, 16. Januar 2010 1:39

Hey Sebi, sag mal, ich fliege doch jetzt bald in den Urlaub, da kommen bestimmt einige Bilder zusammen. Welchen Image Tank kannst du mir empfehlen.

Einführung
Ein bisschen Wortsalat
Vor- und Nachteile
Worauf man achten sollte
Alternativen
Fazit
Tipp

Einführung
Was ist denn eigentlich so ein Image Tank? Eigentlich nicht viel mehr, als eine Festplatte, ein Kartenleser, ein Akku und ein kleines Display mit ein paar Knöpfchen. Image Tanks sind meist nicht größer, als eine handelsübliche 3,5“ Festplatte oder eine 2,5“ Festplatte für den externen Gebrauch. Das wundert auch nicht, denn viel mehr ist auch nicht dran.

Braucht man so ‘was? Nun ja, es kann für manche wirklich Sinn machen, sich ein solches Gerät zuzulegen – aber bitte erst noch bis zum Ende lesen, denn Image Tanks haben so ihre Tücken.

Ein bisschen Wortsalat
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Image Tank zuzulegen, ist entweder zu geizig Geld in Speicherkarten (die im übrigen auch nicht mehr die Welt kosten) zu investieren oder sucht eine Backuplösung für seine Fotos auf Reisen.

Die erste Zielgruppe wird sich vermutlich für eine günstige 60-100 Euro Variante entscheiden und diese bei einem der führenden Onlineauktionshäuser ersteigern. Wenn dann der Paketdienst da war, die Unterschrift geleistet und die Verpackung erwartungsvoll aufgerissen wurde, freut sich der Sparfuchs über ein neues Fotozubehörschnäppchen.

Das Gerät ist kompakt, sieht toll aus, hat sogar ein Touchdisplay und es kann, wofür es ja gebaut wurde, Speicherkarten auf eine Festplatte kopieren, ohne, dass ich einen PC benötige. Mensch, das wäre doch auch was für Oma, die fotografiert zwar digital, hat aber keinen PC – mit dem Teil kann sie doch dann endlich mal ihre Fotos speichern. Alles toll, gleich noch eins für Oma ersteigern und dann erstmal das neue Spielzeug laden, um es für die nächste Fototour einsatzbereit zu haben.

Die zweite Zielgruppe wird sich wahrscheinlich längere Zeit mit dem Thema Backups auseinandersetzen, Vor- und Nachteile einzelner Lösungen abwägen und zu dem Schluss kommen, dass ein Image Tank die für sie beste Backuplösung ist. Dann wird sich informiert, über Produkte namhafter Hersteller, es werden Preisvergleiche angestellt, Features verglichen und dann wird sich diese Zielgruppe für ein Gerät im oberen dreistelligen Bereich, wenn nicht sogar im unteren vierstelligen Bereich entscheiden und beim Onlineversandhändler seines Vertrauens bestellen.

[...]

Thema: Ausrüstung, Fotografie, Tipps | Kommentare (0)

Dreamy Point-and-shoot

Freitag, 7. August 2009 20:37

Was will uns dieser Titel sagen? Ganz einfach, er soll andeuten, dass sich dieser Artikel damit beschäftigt, wie man am besten mit einer Point-and-shoot Kamera Wasserfälle so fotografieren kann, damit dieser “Dreamy-Effekt” entsteht.

Fangen wir zunächst mit ein wenig Theorie an:
Der “Dreamy-Effekt” entseht, wenn man fließendes Wasser, z. B. eines Wasserfalls oder eines Flusses (in dem vielleicht noch ein paar Steine liegen) mit einer langen Verschlusszeit fotografiert. Dieses Prinzip kann zum Beispiel auch auf Wellen angewendet werden - dann entseht allerdings eine Art Nebel.
Wenn man etwas höhere Wellen zum Beispiel in Küstennähe mit langer Verschlusszeit fotografiert, wird es so aussehen, als hätte sich eine dicke Nebelschicht über dem Wasser gebildet.

Die Kamera muss also so eingestellt werden, dass die Verschlusszeit besonders lang wird. Die folgenden Einstellungen können dabei helfen:

  • ISO: 100 oder niedriger
  • Blende: so weit zu, wie möglich (also hohe Zahl, z. B. 22)

Zudem hilft es, der Kamera zu einem festen Stand zu verhelfen. Dies kann man mit einem Stativ oder mit einem Bohnensack machen. Es kann aber auch reichen, die Kamera zum Beispiel auf einer kleinen Mauer oder auf einem Stein abzustellen.

Wenn man keinen Fernauslöser (Kabel, Infrarot, Funk) hat, sollte man zumindest den Selbstauslöser der Kamera einstellen. Beim Druck auf den Auslöser zählt ein Countdown (meistens 10 und/oder 2 Sekunden) herunter. Danach wird die Aufnahme gemacht. Auf diese Weise verwackelt man die Kamera beim Auslösen nicht.

Schon eine Verschlusszeit von 1/5 Sekunde beschert einen schönen “Dreamy-Effekt” bei Wasserfällen. Um diesen Effekt noch zu verstärken oder um zum Beispiel Nebel auf den Ozean zu zaubern, sollte es vielleicht schon eher eine Sekunde sein. Am Tag kann es unter Umständen zu hell sein, dass selbst ein Abblenden der Kamera und das Einstellen einer geringeren ISO-Empfindlichkeit nicht mehr ausreicht. Profis nutzen Neutral-Grau-Filter um die Verschlusszeit noch weiter zu verlängern. Diese sind in verschiedenen Stärken erhältlich (1-3 Blendenstufen und mehr). Neutral-Grau-Filter heißen im englischen neutral-density-filter, weswegen sie auch oft als ND-Filter bezeichnet werden.

Point-and-shoot Besitzer haben hier einen Vorteil, denn sie können einfach eine Sonnenbrille vor ihr Objektiv halten. Je stärker diese getönt ist, desto länger wird die Verschlusszeit. Spiegelreflexbesitzer bräuchten da schon eine von diesen Porno- tschuldigung, Police-Sonnenbrillen, um ihr komplettes Objektiv abdunkeln zu können. Wenn die Sonnenbrille einen leichten Farbstich aufweist, so ist dies nicht weiter schlimm, denn die digitale Kamera kann mit dem automatischen Weißabgleich meist sehr gut Gegensteuern. Für Fortgeschrittene ist auch eine spätere Korrektur am PC möglich.

Viele Point-and-shoots bieten leider nicht die Möglichkeit die Blende selbst einzustellen, manche erlauben noch nichteinmal die ISO-Empfindlichkeit einzustellen. Bei diesen Kameras lohnt es sich aber, einen Blick ins Handbuch zu werfen oder das Menü zu durchsuchen - einige bieten einen “Feuerwerkmodus” an, um Feuerwerk zu fotografieren. Dieser Modus versucht die Belichtungszeit so zu wählen, dass sie möglichst lang ist - genau das, was wir wollen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim ausprobieren.

Press the Shutter!

Thema: Anleitungen, Fotografie, Tipps | Kommentare (0)

Gefahren der Makrofotografie

Donnerstag, 25. Juni 2009 23:50

Hier ist noch ein kleiner Tipp für die Makrofotografie.

Wenn ich Makros schieße, finde ich mich sehr oft im Gras liegend wieder oder ich stapfe durch Naturwiesen - immer auf der Suche nach interessanten Insekten und Pflanzen. Neulich musste ich feststellen, dass es auch kleine Tierchen gibt, die auf der Suche nach mir sind. Die Rede ist von Zecken!

Zecken springen, entgegen der landläufigen Meinung, nicht von Bäumen auf ihre Opfer sondern halten sich im Unterholz, in Gräsern und auf Farnen auf. Das potenzielle Opfer streift sie dann von dort unbemerkt ab oder die Zecken krabbeln am Bein hinauf um sich dann an einer geschützten und warmen Stelle festzubeißen. Zecken sind auch auf gepflegten Grünflächen (also im heimischen Garten oder im Park) anzutreffen.

Je nachdem in welchem Gebiet man unterwegs ist, können solche Zeckenbisse sehr gefährlich sein und böse enden. Zecken übertragen Krankheitsereger wie die für Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Für letzteres gibt es Impfstoffe.

Hier nun der Tipp für die Makrofototour:
1. Vor der Fototour unbedingt über das Zielgebiet im Hinblick auf Zeckengefahr informieren.
2. In gefährdeten Gebieten (z.B. Süddeutschland) unbedingt lange und geschlossene Kleidung tragen. Hose in die Socken Stopfen. T-Shirt oder Longsleeve in die Hose. Die Kleidung nach der Fototour waschen um sicher zu gehen, dass darin nichts mehr krabbelt.
3. Nach der Fototour unbedingt auf Zecken hin absuchen - dabei auch die Achselhöhlen und Kniekehlen sowie andere schlecht einsehbare Körperstellen beachten.
4. Bei Zeckenbefall, die Zecke so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder auch mit den Fingern entfernen. Dabei die Zecke möglichst gerade, ohne Drehung herausziehen und kontrollieren, dass der Kopf noch dran ist.
5. Die Bissstelle in den nächsten Tagen (8-14) beobachten und beim Anschein von Entzündungen einen Arzt aufsuchen.

6. Wer oft in Gebieten mit erhöhtem Zeckenrisiko unterwegs ist sollte sich unebdingt impfen lassen. Die Kosten für die drei Impfungen werden von der Krankenkasse übernommen. Eine Impfung hält nach derzeitigem Erkenntnisstand 5 Jahre.

Haftungsausschluss: Ich bin kein Biologe, Arzt oder ähnliches. Ich übernehme keinerlei Haftung für die hier vorgestellten Tipps. Es ist lediglich die Verhaltensweise, wie ich sie an den Tag lege, wenn ich mich längere Zeit für Makrofotos auf Wiesen und an Waldrändern aufhalte. Im Zweifel bitte immer einen Arzt zu Rate ziehen.

In diesem Sinne, Press the Shutter!

Thema: Allgemein, Fotografie, Tipps, Zum Mitnehmen! | Kommentare (0)

24 Stunden Heidelberg…

Donnerstag, 25. Juni 2009 23:20

… und der Wahnsinn geht weiter.

Nach der Deutschlandreise plane ich nun das nächste Projekt - 24 Stunden Heidelberg. Zusammen mit Robert werde ich am Samstag den 27.06.2009 Heidelberg im Detail erkunden. Die Idee ist es 24 Stunden lang Fotos von Stadt und Leuten zu schießen. Der Reiz des Projekts ist sicherlich einen Ort über einen gesamten Tag hinweg zu erleben. Zu sehen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Dächer der Stadt berühren, wie sich die Altstadt mit Leben füllt und wie es am Abend immer mehr Leute in die Kneipenstraßen zieht.

Um 4:00 Uhr treffen wir uns am Samstag Morgen in Walldorf und fahren von dort gemeinsam nach Heidelberg. Dort angekommen heißt es dann 24 Stunden lang Dauerfeuer. Kaffee und Energy-Drinks werden uns wach und bei Laune halten.

Es wird an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht geben. Bilder werde ich sicherlich bei Flickr in meinen Fotostream hochladen. Lasst euch überraschen - ich machs auch.

In diesem Sinne - Press the Shutter!

Update: Leider musste dieses Projekt auf Grund der schlechten Wetterlage verschoben werden. Sobald besseres oder zumindest beständigeres Wetter in Aussicht ist, werden wir uns diesem Projekt aber stellen :-)

Thema: Fotografie, Projekte | Kommentare (2)

Bildstabilisator

Donnerstag, 18. Juni 2009 18:31

Hey Sebi, soll ich mir gleich ne DSLR mit eingebautem Bildstabi kaufen?

Hm, klar, warum nicht. So weit ich weiß haben Pentax und Olympus da was im Angebot.

Beim eingebauten Bildstabilisator wird der Sensor bewegt um Verwacklungen bei langen Belichtungszeiten auszugleichen. Das hat den großen Vorteil, dass man mit all seinen Objektiven bildstabilisiert fotografieren kann.

Vohingegen bei Canon und Nikon der Bildstabilisator im Objektiv eingebaut ist. So legt man in der Regel einen etwas höheren batzen Geld auf den Tisch um ein Objektiv mit Bildstabilisator zu bekommen. Leider sind lichtstarke Objektive nicht stabilisiert. Die mir bekannten Objektive mit Bildstabilisator haben maximal eine Offenblende von F2.8. Bei eine stabilisierten Kamera kann man aber auch Objektive mit F1.2 stabilisiert nutzen (wenn es für diese Kameramodele solche lichtstarken Objektive gibt).

Nun, wenn stabilisierte Kameras so toll sind, warum bauen Nikon und Canon ihren Stabilisator ins Objektiv? Sind die so Geldgeil? Nein! Zumindest nicht nur. Ein stabilisiertes Objektiv hat den großen Vorteil, dass schon beim Blick durch den Sucher das Bild beruhigt wird und Wackler ausgeglichen werden. Somit bekommt man ein sehr stabiles Sucherbild und man ist nicht am Ende vom Bildergebnis überrascht. Wird nur der Sensor bewegt, der ja beim Blick durch den Sucher vom Spiegel verdeckt wird, so kann die Stabilisierung nur zum Zeitpunkt der Aufnahme, nicht aber bei der Bildkomposition greifen.

Ich stelle mir folgende Situtation vor: 800mm Brennweite, kein Stativ, an einer APS-C Kamera. Jede kleinste Bewegung macht in der Entfernung einen riesen Unterschied. Beim stabilisierten Objektiv bleibt alles recht ruhig im Sucherfeld stehen, man drückt ab und hat alles im Kasten. Bei der stabilisierten Kamera ist alles wie wild am wackeln und das Motiv verlässt Zeitweise sogar das Sucherfenster - da ist es wieder… Klick… nur auf dem Bild ist es nicht zu sehen, da der Stabilisator dummerweise ein Objekt neben dem Motiv als wichtiger angesehen hat und auf dieses stabilisiert hat.

Was will ich damit nun sagen? Ja, es hat einen Grund, warum die Marktführer stabilisierte Objektive und keine stabilisierten Kameras anbieten. Wer mit Brennweiten bis 200mm auskommt, der wird sicher auch mit einer stabilisierten Kamera auskommen. Bei Brennweiten über 200mm würde ich ein System bevorzugen, bei dem der Bildstabi im Objektiv verbaut ist.

PS: Ich weiß nicht, ob es Hersteller gibt, die das bei DSLRs machen, aber im Kompaktkamerasektor sprechen Hersteller häufig von einem Bildstabilisator. Manchmal bedeutet so ein Punkt im Prospekt leider nicht mehr, als dass bei schlechten Lichtverhältnissen die ISO nach oben geschraubt wird, um kürzere Belichtungszeiten zu erzielen. Man sollte also darauf achten, dass von einem optischen Stabilisator die Rede ist!

Thema: Fotografie, Tipps, Zum Mitnehmen! | Kommentare (0)

Makrofotografie

Sonntag, 14. Juni 2009 1:48

Makroausrüstung

Hey Sebi, ich will Makrofotos machen. Was brauch ich denn da?

Einführung
Übersicht
Umkehrringe
Zwischenringe/Extension Tubes
Nahlinsen und Achromaten
Teleobjektive
Makroobjektive, Lupenobjektive
Kompaktkameras
Ringblitz, Makroblitz
Stative und Stativköpfe
Fazit
Links

Einführung
Zuerst sollte man sich die Frage stellen, wieviel man bereit ist für seine Makrofotos auszugeben und welche Ausrüstung bereits vorhanden ist. Es gibt eine ganze Palette an Makro-Equipment zu unterschiedlichsten Preisen. Leider gilt auch hier fast immer, je teurer desto besser.

Biene auf Blüte

Welche Ausrüstung für einen am besten ist hängt auch stark vom Anwendungsbereich ab.

Nachfolgend versuche ich mal Licht in ein paar Aspekte der Makrofotografie zu bringen. Dabei werde ich mit weitestgehend auf Ausrüstungsgegenstände konzentrieren. Dieser Beitrag wird also nicht unbedingt als Tutorial zum Thema Makrofotografie dienen. Ich möchte viel mehr helfen Geld zu sparen, beim Kauf der Ausrüstung - getreu dem Motto: Wer teuer kauft spart bares Geld.

Was heißt denn eigentlich Makro?
Makro bedeutet lediglich, dass ein Gegenstand im Maßstab 1:1 abgebildet wird. Für eine Kamera mit Vollformatsensor oder für eine analoge Kleinbildkamera bedeutet dies, dass ein Gegenstand der Größe 36×24mm bildfüllend abgelichtet wird.

[...]

Thema: Ausrüstung, Fotografie, Tipps | Kommentare (0)